Daniel Schlothmann

 

Blog zu aktuellen volkswirtschaftlichen Themen 

 

Warum die Reform der US-Körperschaftsteuer sinnvoll ist

(01.12.2017)

Zu den meistdiskutierten Vorhaben von Donald Trump gehört die Reform der Körperschaftsteuer in den Vereinigten Staaten, über die gegenwärtig im US-Kongress entschieden wird.

Die Gesetzentwürfe des Repräsentantenhauses und des Senats sehen eine Reduzierung des maximalen Körperschaftsteuersatzes von bisher 35 Prozent auf 20 Prozent vor. Darüber hinaus sollen die Kosten für kurzlebige Kapitalgüter vollständig und sofort als Kostenaufwand verbucht werden können (und nicht mehr über mehrere Jahre abgeschrieben werden). Bisher auf Auslandskonten befindliche, in die USA zurückgeführte Gewinne sollen mit einer Einmalsteuer von 10 Prozent belegt werden.

Im Gegenzug zur Senkung des Körperschaftsteuersatzes werden aber auch einige Steuervergünstigungen abgeschafft oder eingeschränkt. So sollen zukünftig maximal 30 Prozent Nettozinskosten abzugsfähig sein, Verlustrückträge abgeschafft werden und Verlustvorträge auf maximal 90 Prozent des zu versteuernden Einkommens reduziert werden.

Außerdem wird von der Besteuerung des Welteinkommens zu einem territorialen System übergegangen. Bei der bisherigen Welteinkommensbesteuerung mussten US-Unternehmen ihre weltweit erzielten Gewinne in den USA versteuern. Die Versteuerung der im Ausland erwirtschafteten Gewinne erfolgte jedoch erst, wenn die Unternehmen diese Gewinne in die USA überwiesen. Beim Territorialprinzip hingegen werden Gewinne in dem Land versteuert, in dem sie angefallen sind.

Die letzte große Reform der US-Körperschaftsteuer wurde von Ronald Reagan im Jahr 1986 vorgenommen. In Kraft trat der „Tax Reform Act“, bei dem der maximale Körperschaftsteuersatz von 48 Prozent auf 34 Prozent gesenkt wurde und im Gegenzug eine Reihe von Steuervergünstigungen abgeschafft wurden, Mitte 1987. Während in vielen anderen Industrienationen (unter anderem auch in Deutschland) seitdem die Unternehmenssteuern weiter gesenkt wurden, blieb es in den USA im Wesentlichen bei den im Jahr 1986 festgesetzten Körperschaftsteuersätzen.










Eigene Darstellung, Datenquelle: http://stats.oecd.org/index.aspx?DataSetCode=TABLE_II1

 Entsprechend weisen die USA, wie in der Abbildung zu sehen, mittlerweile den höchsten Körperschaftsteuersatz aller Industrienationen auf. Der maximale Grenzsteuersatz von 35% wird ab einem Jahresgewinn von 18,333 Mio. US-Dollar erhoben. Hinzu kommen noch Körperschaftsteuern der einzelnen US-Bundesstaaten. Rechnet man diese hinzu, beläuft sich der kombinierte Körperschaftsteuersatz in den USA im Jahr 2017 auf nahezu 39%. Wie in der Abbildung zu sehen, weisen die USA sowohl beim Körperschaftsteuersatz des Bundes als auch dem kombinierten Körperschaftsteuersatz die höchsten Werte auf. Der Durchschnitt der in der Grafik aufgeführten Länder liegt bei 22 Prozent (nur Körperschaftsteuer des Bundes) bzw. 24 Prozent (kombinierter Körperschaftsteuersatz). Somit liegen die USA bisher um etwa 13 bis 15 Prozentpunkte über dem Durchschnitt, was sich entsprechend negativ auf den Standort auswirkt. Bei der aktuell vorgesehenen Senkung des Körperschaftsteuersatzes des Bundes auf 20% würde sich für die USA ein kombinierter Steuersatz von etwa 24% ergeben. Somit würden sich die USA in etwa auf dem aktuellen Durchschnittsniveau der Industrienationen bei den Unternehmenssteuern wiederfinden (und nicht darunter, wie es in den deutschen Medien häufig heißt).

Obwohl die USA den höchsten maximalen Körperschaftsteuersatz aller Industrienationen aufweisen fielen die Einnahmen aus dieser Steuer relativ zum Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren mit etwa zwei Prozent niedriger aus als im Durchschnitt der OECD-Länder. Im Jahr 2016 lag der Anteil sogar bei lediglich 1,6 Prozent des BIP. Auch der Anteil der Körperschaftsteuer an den Staatseinnahmen des Bundes war mit etwa neun Prozent im Jahr 2016 (293 Mrd. US-$ von insgesamt 3.335 Mrd. US-$) deutlich geringer als im Durchschnitt der Vorjahre, als dieser etwa 14 Prozent betrug (vgl. Trumponomics, S. 151f.).

Zu den trotz hohem Steuersatz geringen Einnahmen aus der Bundeskörperschaftsteuer in den USA trug insbesondere das Welteinkommensprinzip bei. Da die im Ausland erwirtschafteten Gewinne erst versteuert werden, wenn diese von den Unternehmen in die USA zurückgeführt werden, bestehen für Unternehmen Anreize ihre im Ausland erwirtschafteten Gewinne nicht in die USA zurückzuführen. Durch entsprechendes Verhalten (unter anderem durch die Gründung von Tochtergesellschaften in Ländern mit niedrigen Steuersätzen oder Übernahmen von ausländischen Unternehmen und Verlagerung des Firmensitzes in deren Länder) hatten US-Unternehmen (insbesondere IT-Unternehmen) bis Ende 2015 über 2,5 Billionen US-Dollar auf Auslandskonten gehortet.













Quelle: Trumponomics, S. 123.

Zu den zehn größten Gläubigern der Vereinigten Staaten zählen entsprechend mittlerweile einige Niedrigsteuerländer wie Irland (Körperschaftsteuersatz 12,5%), die Cayman Inseln, die Schweiz (Körperschaftsteuersatz 8,5%), Luxemburg (Körperschaftsteuersatz 20,33%) und Großbritannien (Körperschaft-steuersatz 19%) (vgl. Trumponomics, S. 123). So werden mit den auf den Auslandskonten liegenden, nicht in die USA transferierten Gewinnen unter anderem US-Staatsanleihen erworben, die höhere Erträge abwerfen als Kontoguthaben.

Die von Trump beabsichtigte Senkung der Körperschaftsteuer und der Übergang zum Territorialprinzip erscheint vor diesem Hintergrund, dass bisher für US-Unternehmen Anreize bestanden, ihre Gewinne in andere Länder zu verlagern durchaus sinnvoll.

Mit den möglichen Auswirkungen der von Trump beabsichtigten Reform der Unternehmensbesteuerung auf den Standort USA, auf die US-Wirtschaft, auf den US-Staatshaushalt und auf Handelspartner der USA habe ich mich in meinem Buch ausführlich beschäftigt.  

Buch kaufen auf der Verlagsseite.                                                                                              ©2017 Daniel Schlothmann




Der wahre Zustand des US-Arbeitsmarkts

(03.11.2017)

Jüngst wurden vom U.S. Bureau of Labor Statistics die neuesten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt veröffentlicht. Gemäß diesen sank die Arbeitslosenquote in den USA im Oktober auf 4,1% und fiel damit so niedrig aus wie zuletzt vor etwa 17 Jahren im Dezember 2000. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise war die Arbeitslosenquote im Oktober 2009 noch auf ihr Krisenhoch von 10% gestiegen. Seitdem ist sie sukzessive auf ihr aktuelles Niveau gefallen. In absoluten Zahlen sank die Anzahl an Arbeitslosen in diesem Zeitraum von 16,1 auf 6,2 Millionen Menschen. Mit 4,1% liegt die aktuelle Arbeitslosenquote um 0,64% unter der vom U.S. Congressional Budget Office auf 4,74% geschätzten natürlichen Arbeitslosenquote. Demnach präsentiert sich der US-Arbeitsmarkt gegenwärtig in einer blendenden Verfassung.

Allerdings sollte der Zustand des Arbeitsmarktes, wie ich in meinem Buch (Trumponomics) erörtere, nicht nur anhand der Arbeitslosenquote beurteilt werden, sondern existieren noch weitere Indikatoren die ebenfalls betrachtet werden sollten. Dazu gehören beispielsweise die Erwerbs- und Beschäftigungsquote sowie die Entwicklung der Löhne.

Die Erwerbsquote, bei der es sich um den Anteil der Erwerbspersonen (Erwerbstätige plus registrierte Erwerbslose) an der Bevölkerung handelt, lag im Oktober bei 62,7%. Vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und vor der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte die Erwerbsquote noch über 67 bzw. 66 Prozent gelegen. Während und nach der Wirtschafts- und Finanzkrise sank die Erwerbsquote kontinuierlich bis auf 62,4% im September 2015. Doch während die Arbeitslosenquote stark rückläufig war, stieg die Erwerbsquote auch in der jüngeren Vergangenheit kaum an. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass viele in der Krise arbeitslos gewordene mittlerweile nicht mehr als jobsuchend bzw. arbeitslos registriert sind und entsprechend in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr auftauchen. Da diese Menschen weder einen Job haben noch „offiziell“ einen suchen, gehören sie auch nicht mehr zur Gruppe der Erwerbspersonen und dies schlägt sich negativ in der Erwerbsquote nieder.

Die Beschäftigungsquote (für Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren) hingegen, bei der der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 gemessen wird, stieg seit ihrem Tief von 66,4% im Juli 2011 stetig an und belief sich zuletzt auf 70,1%. Damit ist sie aber immer noch niedriger als vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000, als sie bei 74,5% lag.

Betrachtet man also diese drei Indikatoren, suggeriert die Arbeitslosenquote einen sehr guten Zustand des Arbeitsmarktes, zeigt die Beschäftigungsquote eine deutliche Erholung in den vergangenen sechs Jahren (wobei der Zustand noch lange nicht so gut ist wie er im Jahr 2000 war) und deutet die Erwerbsquote auf anhaltende Probleme am US-Arbeitsmarkt hin.

Die durchschnittlichen nominalen Stundenlöhne sind zwar im Oktober leicht gegenüber dem September gefallen, jedoch auf Jahressicht um 2,4% auf 26,53 US-Dollar angestiegen. Dies deutet auf eine solide Entwicklung des Arbeitsmarktes hin.

Neben den üblichen Arbeitsmarktindikatoren ist es auch interessant, sich die Anzahl an Beziehern von Lebensmittelmarken in den Vereinigten Staaten anzuschauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Eigene Darstellung, Datenquelle: https://www.fns.usda.gov/pd/supplemental-nutrition-assistance-program-snap 

Wie in der Abbildung zu sehen, ist die Anzahl an Lebensmittelmarkenbeziehern zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2013 signifikant, von etwa 17 Millionen auf über 47 Millionen angestiegen. Dabei beschleunigte sich diese Entwicklung im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ab dem Jahr 2008. Zwar ist die Zahl seit 2014 rückläufig, war mit über 41 Millionen im August 2017 aber noch immer mehr als doppelt so hoch im Vergleich zum Anfang des Jahrtausends. Armut ist demnach noch immer sehr verbreitet in der US-Bevölkerung und wird durch die Arbeitsmarktstatistik kaum erfasst.

Da die US-Zentralbank neben der Inflationsrate die Entwicklung des Arbeitsmarktes bei ihren geldpolitischen Entscheidungen im Auge hat, wird es auch weiterhin interessant sein zu beobachten, ob sich die Fed nur an der Arbeitslosenquote orientiert, gemäß der sie die Geldpolitik verschärfen sollte, oder auch die anderen Indikatoren berücksichtigt, die kein ganz so positives Bild zeichnen.

Buch kaufen auf der Verlagsseite.                                                                                              ©2017 Daniel Schlothmann

 

 

 

 

 

Nominierung des zukünftigen Fed-Vorsitzenden durch Donald Trump und die Bedeutung der US-Geldpolitik 

(31.10.2017)

In Kürze wird US-Präsident Donald Trump seinen Kandidaten für den Posten des Vorsitzes der US-Zentralbank, der im März 2018 neu besetzt werden muss, bekanntgeben. Gerüchten nach befinden sich mit der bisherigen Fed-Chefin Janet Yellen, dem Fed-Präsidiumsmitglied Jerome Powell und dem Wirtschaftswissenschaftler John Taylor noch drei Kandidaten in der engeren Auswahl.

Neben dem US-Präsidenten stellt der Vorsitz der US-Zentralbank das für die US-Wirtschaft wohl wichtigste Amt in den Vereinigten Staaten dar. Dies liegt daran, dass die Fed über ihre Geldpolitik ganz wesentlich die Entwicklung der US-Wirtschaft beeinflusst. Auch der US-Dollar hängt stark von der Geldpolitik der Fed ab. Dies gilt auch für die Weltwirtschaft, auf die sich sowohl Änderungen des Zinsniveaus in den USA als auch Schwankungen des US-Dollar auswirken.

Bei ihrer Geldpolitik stehen der Zentralbank eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung um die Geldpolitik zu verschärfen (restriktive Geldpolitik) oder zu lockern (expansive Geldpolitik). Die beiden wichtigsten geldpolitischen Instrumente stellen zum einen die sogenannten Offenmarktgeschäfte dar, bei denen die Zentralbank durch Käufe und Verkäufe von Wertpapieren (in der Regel Staatsanleihen) die Geldmenge ausweitet bzw. reduziert und zum zweiten die Leitzinsen, über die auf den achtmal jährlich stattfindenden Sitzungen des Offenmarktausschusses entschieden wird. Bei den Leitzinsen handelt es sich dabei um den Zins, zu dem sich Banken untereinander kurzfristig Geld leihen können.

Weitet die Zentralbank die Geldmenge durch Offenmarktkäufe aus oder senkt sie die Leitzinsen, ist von expansiven geldpolitischen Maßnahmen die Rede. Reduziert die Zentralbank die Geldmenge durch Offenmarktverkäufe oder erhöht sie die Leitzinsen, handelt es sich um eine restriktive geldpolitische Maßnahme.

Bei ihrer Geldpolitik orientiert sich die US-Zentralbank zum einen an der Inflation und zum anderen an der konjunkturellen Situation in den USA. Das Inflationsziel der Fed liegt dabei bei zwei Prozent. Eine Teuerungsrate in dieser Höhe hat den Vorteil, dass bei ihr das Risiko einer Deflation (sinkende Preise) gering ist und sie gleichzeitig niedrig genug ist, damit die Signalfunktion von Preisen nicht verloren geht. Eine Deflation ist insofern schädlich für die Wirtschaft, dass sinkende Preise Konsumenten dazu verleiten können, mit dem Kauf von Produkten zu warten (in der Annahme, dass die Preise noch weiter sinken werden). Die rückläufige Nachfrage nach ihren Gütern wiederum könnte Unternehmen dazu verleiten die Produktion zu kürzen und Arbeitskräfte zu entlassen. Hinsichtlich der konjunkturellen Situation achtet die Fed insbesondere auf den Arbeitsmarkt. Sinkt die Arbeitslosigkeit unter die sogenannte „natürliche Arbeitslosigkeit“ besteht das Risiko einer Überhitzung der Wirtschaft mit stark ansteigenden Löhnen und in der Folge auch der Inflation. In diesem Fall müsste die Fed die Geldpolitik – beispielsweise durch Zinserhöhungen – verschärfen. Ist die Arbeitslosigkeit hingegen höher, sollte die Fed die Wirtschaft durch eine expansive Geldpolitik stimulieren.

Zuletzt belief sich die Arbeitslosenquote in den USA auf 4,2 Prozent und die Inflationsrate auf 1,3 Prozent. Die unter der natürlichen Rate liegende Arbeitslosenquote würde demnach eine restriktivere und die unter 2 Prozent liegende Inflationsrate eine expansivere Geldpolitik erfordern.

Nachdem die Fed während und nach der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2007-2009 bis zum Jahr 2014 eine extrem expansive Geldpolitik mit Senkungen der Leitzinsen bis auf 0 Prozent und massiven Käufen von US-Staatsanleihen (diese Anleihekäufe wurden als quantitative Lockerung bezeichnet) durchgeführt hatte, hat sie seit 2014 die Geldpolitik schrittweise verschärft (vgl. Trumponomics, S. 104ff). So beendete sie das Kaufprogramm von Staatsanleihen, erhöhte die Zinsen (auf aktuell 1,0 bis 1,25 Prozent) und beginnt aktuell mit dem Abschmelzen der auf ca. 4 Billionen US-Dollar angestiegenen Zentralbankbilanz.

Donald Trump hatte die Fed im Präsidentschaftswahlkampf noch für ihre expansive Geldpolitik kritisiert, da die US-Zentralbank seiner Ansicht nach dadurch der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton half. Mittlerweile jedoch spricht er sich häufiger für ein Beibehalten einer lockeren Geldpolitik aus. Eine lockere Geldpolitik hilft ihm dabei aus mehrerlei Hinsicht. Zum sind die US-Staatsschulden mittlerweile auf über 20 Billionen US-Dollar angestiegen und übertreffen damit die Wirtschaftsleistung des Landes. Die Schuldenquote liegt also bei über 100 Prozent (zur Erinnerung: gemäß Maastricht-Kriterien soll die Schuldenquote von Euro-Staaten nicht über 60 Prozent liegen). Würden nun die Zinsen auf US-Staatsanleihen infolge einer restriktiveren Geldpolitik um einen Prozentpunkt steigen, müsste die US-Regierung jährlich 20 Mrd. US-Dollar mehr an Zinsen zahlen (vgl. Trumponomics, S. 240). Eine restriktivere Geldpolitik würde also den Handlungsspielraum für Trumps Ausgabenpläne (z.B. die geplanten Investitionen in die Infrastruktur) beschränken. Außerdem würde eine weitere Verschärfung der Geldpolitik, die zu höheren Zinsen führt, den Dollar stärken, wodurch US-Produkte im Vergleich zu ausländischen Produkten teurer würden und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten sinken würde. Auf der anderen Seite würde eine weiter tendenziell expansive Geldpolitik der Fed wahrscheinlich zu auch in den kommenden Monaten steigenden Kursen an den bereits in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Aktienmärkten und somit möglicherweise zu einer Blasenbildung an den Finanzmärkten führen.

Betrachtet man nun die Kandidaten für den Fed-Vorsitz, so stellt die bisherige Vorsitzende Janet Yellen eher eine Befürworterin der von Trump mittlerweile gewünschten lockeren Geldpolitik dar. Dies gilt tendenziell auch für Jerome Powell. Während Janet Yellen allerdings Mitglied der Demokraten ist, gehört Powell den regierenden Republikanern an. John Taylor wiederum ist einer der renommiertesten sich mit Geldpolitik beschäftigenden Volkswirte der letzten Jahrzehnte. So entwickelte er Anfang der 1990er Jahre die sogenannte Taylor-Regel bei der die Zentralbank den Leitzins anhand einer Formel, in die die Inflationsrate und eine Maßzahl für die Konjunkturlage (z.B. die Arbeitslosenquote) eingehen, festlegt. Würde man diese Regel aktuell anwenden, müsste der Leitzins in den USA deutlich höher sein. Ginge man nach dem Renommee, sollte die Entscheidung zwischen Janet Yellen und John Taylor fallen. Aus parteipolitischen Gründen und unter Berücksichtigung der gewünschten Geldpolitik erscheint aktuell jedoch Jerome Powell als die wahrscheinlichste Wahl. Vor diesem Hintergrund wird es interessant sein zu beobachten, für welchen Kandidaten sich Trump letztendlich entscheidet.

Buch kaufen auf der Verlagsseite.                                                                                              ©2017 Daniel Schlothmann 

 

Ältere Beiträge

Wie Mario Draghi und die EZB mit ihrer Geldpolitik Donald Trump halfen und helfen
26.10.2017
Draghi und die EZB.pdf (188.59KB)
Wie Mario Draghi und die EZB mit ihrer Geldpolitik Donald Trump halfen und helfen
26.10.2017
Draghi und die EZB.pdf (188.59KB)





Wie Shinzō Abe zur Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten beitrug
19.10.2017
Trump Abe.pdf (187.57KB)
Wie Shinzō Abe zur Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten beitrug
19.10.2017
Trump Abe.pdf (187.57KB)